Unser neues Projekt

Für das erste Halbjahr haben wir uns eine etwas außergewöhnliche Aufgabe gestellt, nämlich die Erarbeitung der Filmmusik zu dem Film:

Die Kinder des Monsieur Mathieu

Daraus die Titel:

Fond-De-L’Etang
Pepinot
Compere Guilleri
Lueur D’Ete
Caresse Sur L’Ocean
Cerf-Volant
In Memoriam
Vois Sur Ton Chemin

Hier eine kurze Inhaltsangabe des Filmes:

Pierre Morhange, ein berühmter Dirigent, erfährt in New York vom Tod seiner Mutter. Nach einem unmittelbar bevorstehenden Konzert fliegt er nach Frankreich zurück. Nach der Beerdigung im strömenden Regen klingelt es plötzlich an der Tür. Den Mann, der da vor der Tür steht, erkennt Morhange zuerst nicht. Der muss ihm erst mehrere Stichworte geben, bis er sich erinnert: Es ist Pépinot, ein früherer Schulkamerad aus „Fond de l’Étang“, einem Internat für schwer erziehbare Jungen. Nach der Betrachtung eines Klassenfotos, auf dem auch das Personal des Internats zu sehen ist, überreicht ihm Pépinot das alte Tagebuch ihres damaligen Aufsehers Clément Mathieu.

Mathieus Aufzeichnungen beginnen im Januar des Jahres 1949. Er kommt als gescheiterter Musiker zum Internat, einem fast unheimlich anmutenden alten Gebäude. An der Pforte steht ein kleiner Junge in der Kälte. Mathieu fragt ihn, was er denn da mache, woraufhin er die Antwort bekommt, dass er auf den Samstag warte, denn da käme sein Vater ihn abholen. Schließlich ruft der Hausmeister des Internats, Père Maxence, nach dem Jungen, der sich als Pépinot herausstellt. Maxence führt Mathieu zum Direktor des Internats, Rachin. Dieser beklagt sich sogleich über Mathieus Verspätung. Bevor er ihn einführen kann, ertönt ein Schmerzensschrei: Père Maxence wird durch einen Streich eines Schülers beim Öffnen einer Tür verletzt. Rachin lässt Mathieu sofort zum Appell läuten. Da sich niemand für schuldig erklärt, sollen alle der Reihe nach in den Karzer. Mathieu soll, da er die Schüler noch nicht kennt, den Schüler auswählen, der als erster in den Karzer soll und wählt dann, natürlich unwissentlich, ausgerechnet den Namen Bonifaces, des besten Schülers.

Mathieus Vorgänger als Aufseher, Régent, weist ihn in seine Aufgaben und das Haus ein. Er warnt ihn auch eindrücklich vor einigen Schülern und gibt preis, wer Maxence verletzt hat: Le Querrec soll davon in der Eingangshalle geprahlt haben. Régent überlässt die Sache Mathieu. In der Klasse angekommen, fragt dieser nach Le Querrec und will ihn schon zum Direktor bringen, als dieser einen anderen Schüler an den Ohren herschleift und in seinem Büro verprügelt. Auf die Bitten Le Querrecs hin verrät Mathieu die Sache nicht dem Direktor, sondern verpflichtet ihn, sich in den Pausen um Maxence, der im Internatskrankenzimmer liegt, zu kümmern. Als er (Mathieu) Rachin erzählt, er habe den Täter und hätte sich eine passende Strafe ausgedacht, ist Rachin zunächst verärgert, lässt die Angelegenheit jedoch auf sich beruhen.

In einer Pause findet Mathieu seinen Schrank aufgebrochen vor, in dem er seine Kompositionen verwahrt. Er entdeckt die Jungen, die über den Noten aus seiner Tasche rätseln, auf der Toilette und entreißt ihnen diese mit der Warnung, sich von seinen Privatangelegenheiten fernzuhalten, was akzeptiert wird, zumal die Jungen verblüfft sind, keine Bilder nackter Frauen vorgefunden zu haben und sich für Noten kaum interessieren.

Eines Abends kommt Mathieu in den Schlafsaal der Jungen und hört diese ein selbstgedichtetes Spottlied singen („crâne d’obus, d’obus t’es foutu, ici c’est pas toi qui fera la loi“ = Granaten-Schädel, von Granaten verunstaltet, hier bist nicht Du es, der die Gesetze machen wird!). Er kommentiert den falschen Gesang eines Jungens namens Corbin; doch sein Interesse ist geweckt. Später beginnt Mathieu in seiner Kammer, erste Melodien für die Jungen zu komponieren, obwohl er sich geschworen hatte, nie mehr ein Notenblatt in die Hand zu nehmen.

Bei einer Prüfung macht Pierre Morhange, ein Schüler mit „Engelsgesicht“, „aber dem Teufel im Leib“, wie Régent Mathieu warnte, eifrig Notizen. Dies erstaunt den Direktor, der sich die Notizen nach dem Unterricht anschaut. Sie erweisen sich als Karikatur seiner Person und so verdonnert er Morhange zu Karzer. Der Zustand von Père Maxence indes verschlechtert sich rapide: Er wird ins Krankenhaus eingeliefert. Beim Mittagessen redet Mathieu mit Chabert, einem anderen Aufseher, über Pépinot. Chabert erklärt ihm, dass Pépinot Vollwaise sei und Vater und Mutter während der Besatzung durch die Deutschen verloren habe. Zwar habe man ihm oft erklärt, dass sein Vater am selben Tag wie seine Mutter starb, er stehe jedoch noch immer an der Pforte und warte jeden Samstag auf seinen Vater.

Dann trifft Morhanges Mutter ein, die diesen sprechen will. Chabert bittet Mathieu, der Mutter zu erklären, dass ihr Sohn reglementiert ist. Als er die Frau sieht, schafft er es jedoch nicht, ihr die Wahrheit zu sagen und behauptet, Morhange sei beim Zahnarzt. Violette Morhange will nur frische Wäsche vorbeibringen, sie hat weiter keine Zeit. Sie bittet Mathieu, der von ihr hingerissen ist, Pierre die Wäsche mit Grüßen vorbeizubringen.

Mathieu lässt die Jungen vorsingen und findet so die Stimmlage jedes einzelnen heraus. Er macht mit den Jungen Grundübungen für einen Chor. Als er schließlich Rachin um Erlaubnis bittet, ist dieser erzürnt, da er sich den Chor schon selbst bewilligt hat, widerspricht aber nicht, da er, Rachin, „ja auch mal etwas Spaß“ haben dürfe.

Der Chor probt ständig und wird immer besser. Pierre Morhange, nach den Wochen im Karzer zu gemeinnütziger Arbeit gezwungen, lauscht den Chorproben begeistert. Nach einer Probe schleicht er sich ins Klassenzimmer und beginnt, für sich zu singen – zunächst die Tonleiter, dann auch ganze Lieder.

Aus einer Anstalt für Schwererziehbare kommt im Februar ein „Geschenk“: Mondain, ein Junge, „von dem es interessant sein wird, zu sehen, wie er sich hier eingliedert“, so sein Psychiater, der lange über den „Debilitätsgrad“ Mondains referiert. Der ewig rauchende Mondain kommt gleich auch in Konflikt mit Mathieu.

Vor der Klasse erklärt Morhange, nicht singen zu wollen und kein Interesse am Chor zu haben. In der Waschküche jedoch, wo er ungestört ist, singt er eines der Chorlieder. Dabei wird er von Mondain erschreckt, der behauptet, seine Eltern seien wie die von Morhange Schweine. Als Morhange seine Mutter verteidigt, indem er sagt, dass sie arbeiten muss, erwidert Mondain, dass es also stimme was die anderen sagen; seine Mutter sei demnach eine „Nutte“. Daraufhin geraten die beiden in eine Prügelei, die die Köchin beobachtet. Mondain kommt in den Karzer, Morhange verschwindet am Nachmittag. Er beobachtet seine Mutter beim Servieren.

Als er abends zurückkommt, ist Mondain bereits wieder aus dem Karzer und wird von Mathieu bei einer geheimen Mahlzeit mit Corbin erwischt. Mondain hatte Pépinot verboten, in den Schlafsaal zu gehen, da dieser für Schlafen und Essen bei ihm bezahlen müsse. Mathieu lässt die geheime Mahlzeit ungestraft, warnt Mondain aber sehr eindringlich davor, auch nur die Nähe Pépinots zu suchen. Als er schließlich abschließen will, hört er Gesang aus dem Klassenzimmer. Es ist Morhange, dessen Stimme Mathieu sofort als hohe Begabung erkennt und ihn, als Strafe für dessen unerlaubten Aufenthalt im Klassenzimmer, zur Teilnahme am Chor verpflichtet.

In den folgenden Tagen bekommt Morhange Einzelunterricht bei Mathieu und wird von diesem als Solosänger aufgebaut.

Am Besuchstag schaut auch Violette vorbei. Sie erfährt von der Begabung ihres Sohnes, der ihr ? immer noch als Nachwirkung von Mondains Worten – kritisch und zögernd gegenübersteht, diese Haltung jedoch bald aufgibt.

Die Stimmung unter den Jungen wird indessen immer besser. Der Chor startet in den nächsten Wochen richtig durch und singt immer schwierigere Stücke. Der Frühsommer beginnt, und die Jungs genießen ihn nach Kräften. Schließlich kehrt Père Maxence aus dem Krankenhaus zurück und wird jubelnd begrüßt.

Während einer Sportstunde verschwindet Mondain; kurz darauf entdeckt Rachin den Verlust von zweitausend Francs. Seine Wut auf Mathieu und Chabert, die ihm unzuverlässig scheinen, ist grenzenlos. Als dann auch noch einige Jungen ein selbst gedichtes Spottlied vor seinem Fenster ertönen lassen, verbietet er den Chor. Chabert erweist sich daraufhin als Unterstützer Mathieus und hilft ihm, den Chor im „Untergrund“ weiterlaufen zu lassen.

Einige Tage später bringt die Polizei Mondain zurück. Er wird von Rachin eine halbe Stunde lang geschlagen, verrät aber nichts vom Geld. Schließlich stürzt er sich auf Rachin. Bevor er diesen erwürgen kann, stürmen Mathieu und Chabert ins Zimmer. Der gerettete Rachin behauptet, Mondain habe soeben gestanden, das Geld gestohlen zu haben. Die Polizei führt Mondain ab, zurück in seine Anstalt.

Bei einem Besuch Violette Morhanges fällt Mathieu, der gerade einen vorsichtigen Annäherungsversuch macht, ein Tintenbeutel auf den Kopf. Es stellt sich heraus, dass ihr Sohn, Pierre Morhange, damit geworfen hat. Violette ist beschämt und flüchtet geradezu, Mathieu läuft ihr jedoch bis zur Bushaltestelle nach. Er schafft es, sie davon zu überzeugen, dass Pierre nur aus Eifersucht, nicht aus Bosheit, gehandelt habe und wegen seiner Begabung ans Konservatorium in Lyon gehen solle.

Für den Tintenbeutel straft Mathieu Morhange, indem er dessen Sologesänge vorläufig streicht. In einer Probe läuft Morhange daher wütend davon. Kaum ist er weg, kommt Rachin hinzu, der die Schule für kurze Zeit verlassen hatte, was für die verbotenen Proben genutzt wurde. Er erklärt Mathieu gereizt, dass Madame la Comtesse, eine Unterstützerin der Schule, vom Chor Wind bekommen hat und sie in wenigen Tagen singen hören will. Da er sich diese Chance, Lob zu bekommen, nicht entgehen lassen kann, verbietet Rachin den Auftritt nicht. Er beschuldigt Mathieu, selbst der Comtesse Bericht über den Chor erstattet zu haben, woraufhin der hinzukommende Père Maxence sich als dafür verantwortlich erklärt. Maxence überreicht Mathieu auch einen Brief von Violette, in dem sie schreibt, dass sie Mathieu sehen müsse.

Die beiden treffen sich in dem Café, in dem Violette arbeitet. Violette erklärt Mathieu, dass es ihr vielleicht bald besser gehe und bedankt sich bei ihm für das, was er getan hat. Als Mathieu schon glaubt, sie wolle ihm eine Liebeserklärung machen, erzählt sie, dass sie jemanden kennen gelernt habe: einen Ingenieur, der in der Gegend eine Brücke baue. Sie lässt Mathieu versprechen, Pierre noch nichts davon zu erzählen. Der Ingenieur holt sie schließlich ab, Mathieu bleibt desillusioniert zurück.

Der Tag des Auftritts ist angebrochen. Rachin behauptet vor Madame la Comtesse, er habe die Idee gehabt, den Chor zu gründen. La Comtesse fragt Mathieu verwundert, was mit Morhange sei, der in einer Ecke steht, woraufhin Mathieu entgegnet, dass der „ein ganz besonderer Fall“ sei.

Die Jungen fangen an zu singen und begeistern ihre Zuhörer ? mit Ausnahme von Corbin, der aufgrund seiner misstönenden Stimme zum Notenpult ernannt worden ist, nun jedoch einen kurzen Singversuch startet, der aber sofort von Mathieu unterbunden und zum Glück nicht bemerkt wird. Schließlich leitet Mathieu den überraschten Morhange an, sein Solo zu singen, was dieser mit Bravour meistert. Er ist Mathieu für diese Chance der Versöhnung sehr dankbar und legt seine Querköpfigkeit ab.

Bald kommt ein neues Element zum Chor hinzu: Monsieur Langlois, einer der Lehrer, begleitet den Gesang auf einem Tasteninstrument.

In einem Versteck auf den Toiletten entdeckt Père Maxence schließlich das gestohlene Geld, für dessen Verschwinden Mondain beschuldigt worden war. Daneben findet er die Mundharmonika von Corbin. Dieser wird von Mathieu zur Rede gestellt und gesteht, für den Diebstahl verantwortlich zu sein. Er hätte sich mit dem Geld einen Heißluftballon kaufen wollen. Rachin, der gerade nach Lyon aufbrechen will, erfährt von Mathieu vom Auftauchen des Geldes, nicht aber von der Täterschaft Corbins und weigert sich trotz der Fakten, seine ungerechte Verurteilung Mondains rückgängig zu machen. In Lyon soll Rachin in Anerkennung seiner Dienste für die Erziehung von Jungen unter Anwesenheit von Madame la Comtesse einen Verdienstorden der Ehrenlegion und eine Beförderung bekommen.

Doch bevor es dazu kommen kann, erreicht ihn eine Nachricht aus Fond de l’Étang: Das Internat brennt. Rachin kehrt schnell zurück und muss damit rechnen, dass er nun nicht mehr befördert wird. Panische Eltern haben sich vor dem brennenden Internat versammelt. Plötzlich tauchen die Kinder mitsamt Mathieu und Maxence aus dem Wald auf. Sie hatten einen spontanen Ausflug gemacht.

Rachin entlässt Mathieu daraufhin, während er Maxence nur vorläufig suspendiert und zeigt in einem plötzlichen Anfall der Erbitterung das Motiv seiner hartherzigen Pädagogik: Er ist auf dem Weg nach oben gescheitert, hat im Leben nichts erreicht, was in seinen Augen einzig zählt. Mathieu ist es verboten, vor seiner Abreise die Kinder noch einmal zu sehen. Er hofft, dass sie sich dem Arrest widersetzen, um sich von ihm zu verabschieden, was jedoch, wie er enttäuscht feststellt, zunächst nicht eintritt. Dann jedoch fliegen ihm von einem der Fenster, an denen er vorbeigeht, Papierflieger entgegen. Die Jungen haben sie für ihn gebastelt und Abschiedsworte darauf geschrieben. Schließlich singen sie eines der Lieder, in das sie spontan noch ein Solo Pierre Morhanges einbauen. So nimmt Mathieu von ihnen Abschied, ohne sie zu sehen. Eine große Welle der Freude erfasst ihn, die an der Pforte wieder Ernüchterung weicht, da er nun wieder arbeitslos und auch als Aufseher gescheitert ist.

Damit enden Mathieus Aufzeichnungen. Zurück in der Gegenwart, in der der Film spielt, schlägt Morhange das Buch zu und will von Pépinot wissen, wie es weitergeht.

Am Tag seiner Rückkehr nach New York sieht Morhange seine ganze Kindheit noch einmal vor sich aufziehen: Er selbst verließ die Anstalt nach Mathieus Entlassung. Der Ingenieur verließ seine Mutter wieder, da er wollte, dass Pierre wieder in ein Internat gehe, womit Violette nicht einverstanden war. Sie zogen stattdessen nach Lyon, wo er das Konservatorium besuchte. Maxence, Langlois und Chabert machten bald Rachins Erziehungsmethoden publik; Rachin wurde entlassen. Mathieu arbeitete bis an sein Lebensende als Musiklehrer und komponierte weiter Stücke, die er aber für sich behielt.

Nicht ganz für sich ? als Mathieu in den Bus einsteigen will, der ihn vom Internat wegbringt, kommt plötzlich Pépinot angerannt, der Mathieu bittet, ihn mitzunehmen. Mathieu lehnt ab und der Bus fährt an, doch nach wenigen Metern stoppt der Bus wieder und Pépinot rennt Mathieu freudig entgegen. Sein Warten auf seinen Vater hat sich gelohnt: Der Tag, an dem Mathieu entlassen wird, ist ein Samstag.